Konstruktiver Glasbau beginnt dort wo Glas zu einem bautechnischen und tragenden Element wird. Der Werkstoff Glas besitzt im Bereich des konstruktiven Glasbaus die Eigenschaft Aufgaben zu übernehmen für die normalerweise andere Materialien, wie beispielsweise Stahl, verwendet werden. Diese Eigenschaft und die Vielfältigkeit von Glas im Bezug auf Form, Farbgebung, Struktur und Beschaffenheit machen die Arbeit mit diesem Werkstoff interessant und herausfordernd.

Glas als tragendes Element

Glas hat die Eigenschaft als tragendes Element in einer Konstruktion zu agieren. Somit besteht die Möglichkeit Entwürfe zu entwickeln, in denen Glaselemente andere Glaselemente stützen, tragen oder fixieren.

Das Vordach des Marien-Hospitals Wesel ist ein Beispiel für Glas als tragendes Element im Bereich des konstruktiven Glasbaus. Das auf der Fotografie 1 zu sehende, ca. 110 qm große Vordach wird von sieben Glasschwertern getragen. Die Glasschwerter weisen Spannweiten zwischen 6.263 mm und 7.618 mm auf und stützen sich lediglich an ihren Enden auf einer Stahlkonstruktion ab. Auf den Glasschwertern aufgesetzte Edelstahl-Punkthalter fixieren die 23 horizontalen Glaselemente des Vordachs (siehe Fotografie 2).

Konstruktiver Glasbau am Marien-Hospital Wesel
Fotografie 1: Vordach des Marien-Hospitals Wesel

 

Bei diesem Beispiel des konstruktiven Glasbaus wird Glas, in Form von Glasschwertern, genutzt um Glaselemente, die ein Vordach bilden, zu tragen. Diese Vorgehensweise bietet Architekten und Designern neue Möglichkeiten Glas in ihren Entwürfen einzusetzen.

Weitere Fotografien des Projekts "Marien-Hospital Wesel" finden Sie im Bereich Projekte.

Konstruktiver Glasbau am Marien-Hospital Wesel
Fotografie 2: Glasschwert liegt auf Stahlkonstruktion

 

Ein weiteres Beispiel für Glas als tragendes Element im konstruktiven Glasbau ist ein privater Wintergarten in München. Der Wintergarten bzw. Ganzglaswintergarten besteht fast vollständig aus Glas. Im Gegenteil zum Vordach des Marien-Hospitals Wesel, das auf einer Stahlkonstruktion liegt, bestehen bei dem Wintergarten selbst die Stützen aus Glas (siehe Fotografie 3). Konstruktiver Glasbau verbindet bei diesem Projekt Glas, Design und Funktion. Es ist mittels einer Drahtseilkonstruktion möglich zwei Glaselemente des Dachs zu öffnen und die Glasseitenelemente des Wintergartens an eine Seitenposition zu verlagern. Lediglich minimale Edelstahl-Punkthalter fixieren die Glaselemente des Ganzglaswintergartens miteinander.

Konstruktiver Glasbau bei einem privaten Wintergarten
Fotografie 3: Ganzglaswintergarten

 

Konstruktiver Glasbau trifft Kunst

Der konstruktive Glasbau erlaubt es Glaskunst neu zu interpretieren. Formen und Konstruktionen bei denen Glas nicht nur eine verzierende sondern eine tragende Rolle spielt, sind mit heutigem Wissen und Mitteln umsetzbar. Dies bietet Künstlerinnen und Künstlern neue Möglichkeiten Glas in ihren Kunstwerken einzusetzen.

Die Künstlerin Annette Sauermann nutzte dies für Ihr Kunstwerk „Netzwerke des Wissens“ an den Gebäuden der Fraunhofer-Institute ILT und IPT in Aachen. Das Kunstwerk besteht aus 42 farbigen Glaselementen, die durch ein LED-Lichtsystem hinterleuchtet werden. Die Kunstglaselemente mit Abmessungen von bis zu 1.255 x 3.719 mm bilden zusammen mit den angrenzenden monochromen Glaselementen eine montierte Glasfläche von insgesamt 488 qm (siehe Fotografie 4 und 5).

Weitere Fotografien finden Sie im Bereich Projekte unter Fraunhofer-Institute ILT und IPT in Aachen.

Konstruktiver Glasbau für ein Kunstwerk am Fraunhofer-Institute IPT, Aachen
Fotografie 4: „Netzwerke des Wissens“ Kunstwerk am Fraunhofer-Institute IPT, Aachen

Konstruktiver Glasbau für ein Kunstwerk am Fraunhofer-Institute ILT, Aachen
Fotografie 5: „Netzwerke des Wissens“ Kunstwerk am Fraunhofer-Institute ILT, Aachen

 

Konstruktiver Glasbau im öffentlichen Bereich

Öffentliche Bereiche unterliegen besonderen Richtlinien, die beispielsweise vorschreiben, dass bei Überkopfverglasungen im öffentlichen Bereich die Glasscheibe mechanisch gehalten / gelagert werden muss. Der konstruktive Glasbau bietet unteranderem die Möglichkeit Überkopfverglasungen im öffentlichen Bereich ohne auf dem Glas sichtbare Halterungen zu montieren.

Ein Beispiel für konstruktiven Glasbau im öffentlichen Bereich sind die Lobbys des Kö-Bogens in Düsseldorf. In den Lobbys 1 und 2 zieht sich ein Rauchquarz satinierter Glasstreifen (LAMEX SATIN Rauchquarz) mit hinterleuchteten weiß satinierten Glaselementen über Boden, Wand und Decke. Die von der Decke abgehängte Überkopfverglasung erfolgte mittels © GHProof System. Dieses System bietet die Möglichkeit Überkopfverglasungen im öffentlichen Bereich ohne auf der Glasfläche sichtbare Halterungen zu montieren. Ein minimaler Edelstahlrahmen fixiert das Glaselement an der Decke (siehe Fotografie 6).

Weitere Informationen und Fotografien finden Sie im Bereich Projekte unter Kö-Bogens in Düsseldorf.

Konstruktiver Glasbau für Decken-, Wand- und Bodenverglasung der Lobbys 1 und 2 im Kö-Bogen, Düsseldorf
Fotografie 6: Decken-, Wand- und Bodenverglasung der Lobbys 1 und 2 im Kö-Bogen, Düsseldorf

 

Unternehmen

Wir, das Unternehmen Glashandel Pritz GmbH, haben uns in unseren 31 Jahren vom Händler von gebogenen und planen Glaselementen zu einem führenden Unternehmen im Bereich des konstruktiven Glasbaus und Sonderglasbaus entwickelt. Mit unserem 18-köpfigen Team realisieren wir kleine, mittlere und große Projekte. Aufgrund der vielfältigen Anwendbarkeit von Glas befinden sich zudem einige Kunstobjekte unter unseren Projekten.

 

 

 

Fotografien

Fotografie 1 und 2 von Walter Adler, Dialux.
Fotografie 3 von GHP
Fotografie 4 und 5 von Christa Lachenmaier
Fotografie 6 von Copyright Glas Trösch

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